MPC Nordamerika-Schiffe 1

Oberlandesgericht entscheidet im Musterverfahren zu Gunsten der Anleger: Prospekt fehlerhaft!

Mit Beschluss vom 13.03.2020 hat das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg im Musterverfahren wegen Fehlern im Emissionsprospekt der Beteiligungsgesellschaft CPO Nordamerika-Schiffe 1 mbH & Co. KG (MPC Nordamerika-Schiffe 1) eine Entscheidung getroffen. Der Beschluss wurde am 24.03.2020 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Es wurde festgestellt, dass der am 01.02.2008 veröffentlichte Emissionsprospekt Fehler enthält.

  • Zum einen befanden die Richter des 13. Zivilsenates, dass die Darstellung über die Charterraten für Containerschiffe insofern unrichtig, unvollständig und irreführend ist, als für die Zukunft mit weiteren Schiffskapazitäten von 16% in 2009 und 29% in 2010+ zu rechnen war.
  • Zum anderen wurde festgestellt, dass die in Ansatz gebrachten Steigerungen der Betriebskosten von jährlich 3% „unvertretbar niedrig kalkuliert“ seien.

Diese Entscheidung freut mich umso mehr, als ich bisher ebenfalls (unter anderem) auch diese beiden Prospektfehler geltend habe.

Für diejenigen Anleger, deren Prozesse wegen des Musterverfahrens ausgesetzt sind oder die Ansprüche im Musterverfahren angemeldet haben, gibt es damit die klare Hoffnung, dass sich ihre Ansprüche nun auf diese festgestellten Prospektfehler stützen können.

Allerdings ist zunächst abzuwarten, ob die Entscheidung rechtskräftig werden wird. Das ist erst dann der Fall, wenn kein Rechtsmittel eingelegt wird, was ich jedoch für unwahrscheinlich halte. Da einige aus meiner Sicht durchaus erhebliche Angriffe gegen Prospekt vom Gericht zurückgewiesen wurden, halte ich es für denkbar, dass auch der Musterkläger Rechtsmittel einlegen wird. Ohnehin erwarte ich, dass die drei Gründungsgesellschafter Beschwerde einlegen werden, weil die Bedeutung für sie noch höher ist. Dieselben Fehler werden ja auch gegen den Prospekt des Schwesterfonds MPC Nordamerika-Schiffe 2 geltend gemacht.